Legesysteme

 

Hier werde ich Ihnen nach und nach verschiedene Legesysteme oder Kartenbilder vorstellen, die sich zur Beantwortung komplexerer Fragen oder Betrachtung umfassenderer Sachverhalte besonders eignen oder die einfach Spaß machen. Auch diese Seite wird mit der Zeit und wachsendem Umfang ein Inhaltsverzeichnis erhalten, das es Ihnen erleichtert, schneller zu der Rubrik zu finden, die Sie interessiert. Für den Anfang führt Sie ein Klick auf die unterstrichenen Textstellen zu Ein- und Dreikartenbildern für den Tagesanfang und Möglichkeiten der Traumdeutung mit dem Tarot.

 

Ein- und Dreikartenbilder zu Tagesbeginn

Es kann zu einer lieben Gewohnheit werden, den Tag mit dem Tarot zu beginnen. Setzen Sie sich gleich nach dem Aufstehen oder sobald Sie einen Moment der Ruhe finden können (bei mir ist das, sobald die Kinder auf dem Weg in die Schule sind) an Ihren Lieblingsplatz, mischen Sie das Tarotdeck Ihrer Wahl und begeben Sie sich dabei in eine meditative Konzentration.
Beim Einkartenbild ziehen Sie nun eine einzige Karte als Antwort auf eine innere Frage. Die kann ganz unterschiedlich sein: Was bringt dieser Tag für mich? Worauf sollte ich heute besonders achten? Was ist heute meine größte Stärke? ... Was immer Sie bewegt. Wenn Sie mit einer Stimmung aufgewacht sind, die Sie sich nicht erklären können, fragen Sie ruhig die Karten danach: Was ist die Ursache? Was hilft mir heraus? oder Wie kann ich diese Stimmung bewahren?

Ein wenig komplexer aber immer noch gut überschaubar und wenig zeitaufwendig sind Dreikartenbilder. Zwei möchte ich Ihnen hier vorstellen:

Tagesziel
Ziehen Sie drei Karten: Die erste für das Ziel des heutigen Tages, die zweite für diejenige Ihrer Stärken, die Ihnen bei der Verwirklichung des Tagesziels hilft und die dritte für die Schwäche, die Sie daran hindern könnte. Die Karten werden in einer Reihe nach einander abgelegt.
Achten Sie zunächst auf eigene Assoziationen zu den Karten und lesen Sie dann im Begleitbuch nach, falls Sie das Bedürfnis dazu verspüren. Rufen Sie sich im Laufe des Tages das Ziel immer wieder ins Gedächtnis, seien Sie sich Ihrer Stärke bewusst, nehmen Sie ihre Unterstützung an und freuen Sie sich darüber, aber schenken Sie auch der Schwäche Aufmerksamkeit, die heute besonderen Einfluss auf Sie hat. Vielleicht können Sie sich sogar einen Augenblick gönnen, in dem auch diese Schwäche zu ihrem Recht kommt, damit erst gar nicht das Gefühl entsteht, ständig gegen etwas ankämpfen zu müssen. Und wenn Sie mit diesem Wissen alles, was Ihnen heute begegnet,  ein wenig gelassener annehmen und eine Spur heiterer betrachten können, dann haben Sie bereits etwas Wunderbares erreicht.

Tageszeiten
Die drei Karten, die Sie für dieses Bild ziehen, bezeichnen nach einander den Beginn, den Höhepunkt und den Ausklang des Tages. Was sollten Sie sich am Morgen bewusst machen? Was ist das wichtigste Thema des Tages? Was sein Fazit? Dieses Kartenbild wirkt besonders anschaulich, weil die drei Karten in Form eines Dreiecks gelegt werden, dessen obere Spitze die Karte für den Tageshöhepunkt bildet. 
Vielleicht lassen Sie die drei Karten nach der Deutung bis zum Abend liegen und betrachten sie vor dem Zubettgehen noch einmal oder rufen sie sich vor dem Einschlafen wieder ins Gedächtnis. Es macht uns ausgeglichener und lässt uns leichter einschlafen, wenn wir den Tag am Abend noch einmal vor unserem inneren Auge Revue passieren lassen. Für Menschen, die Bilder lieben, ist dieses Legesystem dabei eine ansprechende Hilfe.

 

Traumdeutung mit dem Tarot

Vom Tag zum Traum. Träume sind ein weiteres meiner Lieblingsgebiete. Ihre Bildersprache begeistert mich immer aufs Neue, und ich möchte die Hilfen und Hinweise, die sie mir geben, wenn ich ihnen nur ein wenig Aufmerksamkeit schenke, nicht mehr missen. Zuweilen sind sie allerdings schwierig zu deuten; und selbst wer sich schon viele Jahre intensiv mit seinen Träumen beschäftigt, begegnet immer wieder Traumsymbolen oder ganzen Träumen, deren Inhalt sich nur schwer erschließt. Hier kann der Tarot hilfreich sein. Aber Vorsicht: holen sie sich diese Hilfe nicht zu früh! Es gibt viele Legesysteme zur Traumdeutung mit dem Tarot, darunter wirklich faszinierende, aber ich empfinde es immer als unglückliche Lösung, eine Bilderwelt einfach durch eine andere ersetzen zu wollen, zu der man leichter Zugang zu finden meint. Bleibt Ihnen ein Traumsymbol fremd, versuchen Sie einmal, sich mit dem Traumsymbol zu identifizieren. Seien Sie in Gedanken und Gefühlen das Symbol und spüren Sie nach, wie Sie sich dabei fühlen. Oder lösen Sie das Symbol einmal aus dem Traumzusammenhang und sehen Sie, was Ihnen spontan dazu einfällt. Lassen Sie in einem zweiten Schritt alle spontanen Ideen zu den ersten Assoziationen zu. Legen Sie sich dabei keinerlei Beschränkungen auf, die Assoziationen müssen nicht "vernünftig" sein, sondern haben gerade so ihre Berechtigung, wie sie Ihnen einfallen. Ausgezeichnete Erklärungen und Beispiele zu Methoden der Traumdeutung finden Sie übrigens unter www.traumpraxis.de. Wenn ein Symbol dennoch unerklärlich bleibt oder sich einfach nicht das Gefühl einstellen will, den Traum verstanden zu haben, können Sie sich vom Tarot helfen lassen. Eine einfache Methode, die ich selbst praktiziere und ein kleines Spiel, das seine äußere Form vom Tarot entlehnt, möchte ich Ihnen hier vorstellen:

Hinweise aus einer Karte
Bleiben Sie mit Ihren Gedanken und Gefühlen beim unverstandenen Traum oder Traumsymbol und ziehen Sie eine einzelne Karte aus dem sorgfältig gemischten und bogenförmig ausgebreiteten Deck. Fragen Sie dabei, welche Eigenschaft in Ihnen das Symbol anspricht oder was das Thema des Traumes ist. Deuten Sie die Karte zunächst unabhängig vom Traum und vergleichen Sie dann das Thema der Karte mit dem des Traumes. Oft weist die Karte in eine Deutungsrichtung, die verschlossen schien, nun aber ganz stimmig erscheint.

Ihr persönliches Traumorakel
Wenn Sie etwas mehr Zeit aufwenden und/oder die Bilderwelt des Traums auch nicht durch ein einzelnes Bild aus einer anderen Umgebung stören möchten, kreieren Sie Ihr ganz persönliches Traumorakel. Unterteilen Sie dazu Ihren Traum in einzelne Bilder und halten Sie den Inhalt stichwortartig fest. Schneiden Sie Karten beliebiger aber einheitlicher Größe aus Fotokarton zu und malen Sie die einzelnen Bilder Ihres Traumes darauf. Vielleicht möchten Sie weitere Bilder für die "Hauptdarsteller" und/oder die Symbole Ihres Traumes hinzufügen, die Ihnen am wichtigsten erscheinen. Wenn Ihnen während des Malens oder bereits zuvor Assoziationen zu einzelnen Symbolen oder Traumbildern kommen, malen Sie auch diese. Es kommt überhaupt nicht auf künstlerische Perfektion an, malen Sie nach Ihren Fähigkeiten und Eindrücken und wählen Sie auch die Farben nach Ihrem Empfinden und nicht nach rationalen Regeln. Wenn Sie fertig sind, drehen Sie die Karten um (evtl. Farben vorher trocknen lassen) und mischen Sie sie wie beim Tarot. Fragen Sie nach dem Hauptthema des Traums und ziehen Sie eine Karte. Deuten Sie diese Karte wie eine Tarotkarte zunächst völlig unabhängig vom Traumzusammenhang. Diese Deutung kann Ihnen den Schlüssel zur stimmigen Interpretation des Traumes in die Hand geben, der zuvor so unverständlich erschien.

Hat sich die Traumbedeutung schon während des Malens erschlossen? Wunderbar! Ich empfehle dennoch, alle Bilder zu Ende zu malen, vielleicht zeigen sich ja dabei noch weitere Aspekte. Wenn Sie aber das Gefühl haben, dass der Deutungsprozess vollständig abgeschlossen ist und das Fertigmalen nur ein formaler Akt wäre, hören Sie auf und legen Sie die Karten beiseite.

Wickeln Sie die Karten in ein Papier oder stecken Sie sie in einen Umschlag. Schreiben Sie Titel und Datum des Traums auf das Päckchen und bewahren Sie es auf. Ein schöner Karton oder ein hübsches Kästchen sind gute Traumtagebuchschatzkisten.